Entspannen, wo die Geschichte eine kleine Bühne bietet. Wo in den letzten Jahrzehnten Webstühle schnurrten, wo sich Kinder erholten und Jugendliche das ein oder andere Handwerk lernten. >

Entspannen, wo die Geschichte eine kleine Bühne bietet. Wo in den letzten Jahrzehnten Webstühle schnurrten, wo sich Kinder erholten und Jugendliche das ein oder andere Handwerk lernten.

Sich verzaubern lassen von einem wunderschönen und geschützt liegenden Terrain, das aus der Vergangenheit berichten und viele Geschichten erzählen könnte.

Ein authentisches Fleckchen Juist bewohnen, an dem wir in all den Jahren den Charme der Geschichte bewahrt - und gerade so viel verändert haben, dass Sie Ihre Zeit bei uns als unvergleichliche Erholung in Erinnerung behalten.

  • Die Geschichte des Weberhofes ist untrennbar mit dem Namen Nanna Cremer
    verbunden. Sie arbeitete bereits seit den späten 20er Jahren in einem evangelischen Kinderheim auf der Insel. Mit ihren fortschrittlichen Vorstellungen stieß sie bei der Kirche allerdings auf Ablehnung. So legte sie 1933 den Grundstein für ein privates Kinder-Genesungsheim nach ihren Vorstellungen. Die übergreifende Idee „Weberhof“ entstand aus einer schlichten Notwendigkeit: Kuren in den Wintermonaten waren noch nicht üblich, so fehlte Nanna in der kalten Jahreszeit der Broterwerb.

    Architekt Stefan Thiersch wurde mit der Planung beauftragt – unter ihm entstand der gesamte Weberhof in über 15 Jahren in seiner heutigen Form. Erste Webmeisterin war Elsa Wetter, die als Investorin den ersten Webstuhl kaufte. Nanna Cremer konnte den jungen Gästen ab jetzt nicht nur Erholung in der meernahen Natur, sondern endlich auch Aktivitäten in Theater, Tanz und Musizieren bieten. Nach dem Krieg gewannen die Werkstätten des Weberhofes mehr und mehr an Bedeutung — die schwierige wirtschaftliche Lage verlangte nach Vielfalt.

  • Urban Thiersch, der Bruder von Stefan Thiersch, leitete handwerkliche Kurse für Jugendliche. Der Freundeskreis des Weberhofes, zu dem auch die Geschwister Thiersch und Nanna Cremer gehörten, versuchte mit dieser neuen Ausrichtung den Weberhof wieder zu beleben.

    Doch erst nach der Währungsreform 1948 ging es mit dem Kinderheim wieder
    aufwärts. Nach über 30 Jahren Schaffenszeit auf Juist, nur unterbrochen durch die Kriegsjahre, erkrankte Nanna Cremer schwer und musste den Weberhof aufgeben. 1966 verkaufte sie das Anwesen an unsere Familie. Sie starb ein Jahr später in Lübeck.

    Die Spuren dieser Zeiten reichen auch außerhalb des Weberhofs bin ins 21.
    Jahrhundert: Immer wieder schauen ehemalige Weberhof-Kinder bei uns vorbei, die sich gerne an ihre Zeit hier erinnern – und die nächste Generation derer, die hier das Kunsthandwerk lernten, arbeitet vereinzelt noch immer auf der Insel.

    Nanna Cremer war zeitlebens eine Bekannte der Familie Thiersch, die geachtete
    Künstler, Philologen und Architekten hervorgebracht hat. Wie den genannten
    Bildhauer Urban, der einige Jahre auf dem Weberhof verlebt hat. Er hat nie die große Bekanntheit seiner Kollegen oder seiner Familie erlangt, doch Plastiken von ihm findet man von Juist bis in die Schweiz.

    Lust auf mehr? Lesen Sie hier einen ausführlichen Artikel über den Weberhof. Geschrieben von Hans Kolde im Jahr 2003 für den Strandlooper.